Archive for the 'Jolly Roger Medienbüro' Category

31
Mar

Von Fähren und Bären

Rock'n'Range RoversUnser einheimischer Guide Paul trifft es auf den Punkt. „It’s prescout!“ Wir stehen schon wieder vor einem „Durchfahrt verboten“-Schild. Mich wundert nichts mehr, mein Gepäck steht schließlich auch noch in Frankfurt.

Prescout, da heißt, bevor ausgewählte Abenteurer und später zahlende Kundschaft durch die Wildnis British Columbias reisen dürfen, müssen erst Strecke, Übernachtungen und alle anderen unwägbarkeiten erkundet werden. Wir stehen jetzt in der Mitte der Tour, haben auf der South Thompson Ranch in Kamloops die Teams gewechselt und wollten heute eigentlich durch ein Indianerreservat in Richtung Clinton fahren. Aber eben dieses Reservat verbietet unter Androhung bösester Konsequenzen jegliche Durchfahrt und so müssen wir auf den ungeliebten Freeway ausweichen. Doch schon nach kurzer Strecke findet unser Tour-Chef und Berufsabenteurer Dag Rogge eine schön unwegsame Forest Service Road. Weiter geht es über die Service-Schneise einer Gas-Pipeline, bevor wir etwa gegenMittag zur ersten Aufgabe gelangen- Später sollen hier die Teilnehmer einen Geländeparcours mit einer bestimmten Durchshcnittsgeschwindigkeit fahren. Wir testen und finden heraus, dass die Vorgaben etwas weltfremd geraten sind. „It’s prescout!“
Gut, die Änderungen sind verzeichnet, aber wir müssen uns sputen: Gegen 18:45 Uhr macht die Fähre am Fraser River Feierabend und der Fährmann soll nicht eben freundlich sein.

Schnell in Clinton die Tanks aufgefüllt und weiter. Die Benzinpreise liegen etwa auf der Hälfte der deutschen Preise, was für die Kanadier schon unerhört teuer ist. Egal, denn Dieselfahrzeuge von Land Rover gibt es in Kanada nicht. So besteht unser Konvoi aus mehr oder weniger großvolumigen Benzinern. Dag und Claudia fahren einen mit Navigations- und Computertechnik vollgestopften Freelander V6, der rest der Organisationsmannschaft verteilt sich auf „Disco Küche“ und „Disco Foto“ mit 4,6-Liter-V8-Motoren aus dem alten Range. Wir Teilnehmer sind kommoderweise in zwei Range Rover 4.4 V8 untergebracht. Bei den späteren Reisen wird der Hauptanteil der Truppe aus Freelandern bestehen.

Es wird 18:30 Uhr und die Fähre ist noch nicht in Sicht. Die Schotterstraße hinunter in den beeindruckenden Fraser Canyon ist eng und mit unübersichtlichen Kurven gespickt, am äußeren rand geht es direkt in die Tiefe. Im Foto-Disco lehnt sich Thomas Grimm dennoch halsbrecherisch aus dem Fenster, um die besten Bilder zu schießen.

Abstieg zum Fraser River19:00 Uhr. Wir sind am Fluss, die Fähre ist gerade auf dem Rückweg zu unserem Ufer. Der Fährmann versteckt sein Gesicht hinter Sonnenbrille und Nikolausbart und scheint kleine Kinder zum Frühstück zu fressen. Mit einem mulmigen Gefühl fragen wir den „Grumpy Old Ferryman“, ob er uns nicht vielleicht doch noch übersetzen könne. Am Ende der Überfahrt wissen wir, dass er und sein Bruder sich zweiwöchentlich ablösen, in der Freizeit nach Vancouver fahren und dies schon ihre zweite Fähre sei. „Das hab ich noch nie erlebt“, wundert sich Paul, als wir später direkt am Flussufer die Zelte aufbauen, „so gesprächig war der in den letzten zwölf Jahren nicht!“

Küchenvirtuose und Camel-Trophy-Veteran Stefan zaubert ein vorzügliches Abendessen auf dem Gasgrill und nach einem letzten Glas Wein a, Lagerfeuer krabbeln wir übermüdet in die Zelte. Am nächsten tag stehen Höhenmeter auf dem Programm. Direkt aus dem Fraser Canyon schrauben wir uns auf den Forststraßen bis in 2000 Meter Höhe zum Gipfel des China Head Mountain. Wir fahren ständig in der Untersetzung, an einigen Stellen geht es nicht ohne Einweiser und dennoch fahren sich ein Disco und der Freelander fest.

Hier oben liegt auch im Juni noch Schnee und an Winterreifen hat keiner gedacht. Also Spaten und Winde klarmachen, Bergegurte werden ausgerollt und nach einer halben Stunde ist alles wieder fahrbereit. Im nächsten Tal gibt es eine kleine Pause, bevor wir uns mit dem Poison Mountain an einen weiteren Zweitausender wagen. Dag schaltet jetzt das Funkgerät auf die Holzfäller-Frequenz, denn ohen Absprache kann es leicht passieren, dass hinter einer Kurver plötzlich ein 80 (!) Tonnen schwerer Holz-Truck auftaucht. Ohne derartige Zwischenfälle erreichen wir die Tyax Lodge. Mein Gepäck hat es in der Zwischenzeit noch nicht hierher geschafft. „It’s prescout!“ ist alles, was mir dazu einfällt. Die Lodge ist der erfüllte Lebenstraum von Gus Abel. Der Hamburger hängte irgendwann seine Kapitänsmütze an den Nagel und baute mithilfe von einigen Investoren die größte freistehende Holzlodge Kanadas. Hier wartet die nächste Special Task auf die Teilnehmer: Aus vorgesägten Baumstämmen muss ein Floß gebaut und damit der See überquert werden. Zurück geht es mit dem Kanu, dann folgt noch eine Strecke mit dem Fahrrad. Die Sportfreaks müssen das natürlich gleich ausprobieren. Fotograf Thomas, Kollege René und ich dagegen eintern eins von Gus‘ Mietbooten und tuckern hinterher. Mitten auf dem See geht uns der Sprit aus, Thomas darf rudern. Dass in den Booten grundsätzlich ein Reservekanister liegt, merken wir nicht.

Nach dem Essen entspannen wir und im 40 Grad heißen Jacuzzi unseres Chalets. Da die Lodge ständig ausgebucht ist, konnte Gus diese kleinen Häuschen rund um das Haupthaus errichten lassen. Nur sollte man nachts nicht unbedingt zwischen den Cahlets hin und her laufen., wie den anderen teilnhemern ein Schwarzbär in Gus‘ Garten zeigt. Völlig unbeeindruckt von den glotzenden Leuten im Wohnzimmer turnt er auf dem Gartengrill herum.
Bear On The RunDer nächste Tag ist dem Gold verschrieben. Von Tyax aus geht es über Gold Bridge nach Bralorne. Indem beschaulichen Städtchen wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tonnenweise Gold gefördert. Als dann Ende der 50er-Jahre die Funde ausblieben, übernahmen Hippies die ehemalige Arbeitersiedlung am Hang. Doch schon 1970 verließen auch sie die Häuser, von denen heutzutage fast nur noch trümmer zu finden sind. Die kleinen glänzenden Nuggets, die Claudia am Fluss findet, entpuppen sich leider als Katzengold. Weiter unten im Tal wird allerdings seit kurzem wieder nach Gold geschürft.
Einige Meilen weiter sitzt dann tatsächlich ein leibhaftiger Bär auf der Piste. Wir fahren langsam heran. Der Bär dreht sich kurz um, wendet sich wieder ab. Dann scheint der Groschen zu fallen, er dreht sich erneut um und ergreift im Schweinsgalopp die Flucht. Weg ist er.
Weiter geht es vor einem atemberaubenden Bergpanorama, oben liegt auch wieder Schnee. Gebannt von der Landschaft rauschen wir fast in eine Straßensperre: Hier wird mit einer Seilbahn Holz gerückt. Ein Arbeiter mit einer meterlangen Kettensäge winkt uns durch, wir können die Fahrt ins Tal fortsetzen. Unser Etappenziel heißt Pemberton, doch die Gegend sieht aus, als wäre man im Zillertal gelandet. Saftig grüne Wiesen und hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln liegen beiderseits der Straße. Pause zum Tanken und Eis essen. Von Pemberton ist es nur noch ein Katzensprung bis zum idyllischen Campingplatz am Harrison Lake.
Auch diese Einrichtung ist fest in europäischer Hand: Jakob kommt aus Holland und ist irgendwann hier hängengeblieben. Kein Wunder, bei diesem berauschenden Seeblick. Für das letzte Essen in der Wildnis gibt Stefan seinem Grill noch einmal richtig die Sporen. Fisch und Fleisch munden vorzüglich, am Lagerfeuer gibt es noch Marshmallows und ein bisschen traurig ist jeder, dass es morgen schon nach Vancouver zurückgeht. Aber Dag muntert uns auf: Es soll auf dem Weg noch eine ahmmerharte Offroad-Prüfung geben. In der Nacht haben wir erstmals schlechtes Wetter, doch als ich morgens nach dem Reißverschluss des Zeltes greife, hört der regen schlagartig auf. Gutes Timing.
HolztruckDie Zelte werden notdürftig getrocknet, wir müssen früh los. Für das Holzfällercamp bleibt kaum Zeit, auch wenn wir uns zu gerne das Heli-Logging ansehen würden. Mit einem ausgewachsenen Chinook-Helikopter werden die geschlagenen Stämme ins Tal an den See befördert. Dort werden sie zu riesigen Flößen zusammengebunden und mit Schleppern den Fraser River hinab ins Sägewerk nach Vancouver bugsiert.
Die Wegstrecke am See entlang wird derweil immer schlechter, Dag hat Mühe, den vergleichsweise kurzbeinigen Freelander über Auswaschungen zu zirkeln. Und dann, „in the middle of nowhere“, wo man eigentlich schon mit den meisten SUVs Probleme bekommt, steht ein Camper mit seinem Suzuki Swift und angelt. Hut ab.
Zwischenstopp an einer Bucht. Wir sind nicht die einzigen hier. Um uns herum stehen überall Geländewagen mit Zelten oder Campingaufbauten. Und alle wundern sich über die „crazy Germans“ mit ihren „fancy cars“. Doch wir bekommen Verstärkung: Mit einer Gruppe seiner Kundenkommt der Land-Rover-Händler aus Richmond zu Besuch. Er bietet solche Offroad-Touren regelmäßig an, für viel ist es die erste Fahrt ins Gelände. Nach einem gemeinsamen Snack und Erfahrungsaustausch geht es in entgegengesetzte Richtungen weiter.

Die Brücken am FlussJetzt wird es haarig. Der Küchen-Disco fährt voraus, dann kommt Dag. Und bleibt gleich an der ersten Steigung hängen Der Boden besteht aus feinem Sand und großen lockeren Steinen. Die Traktionskontrolle des Freelander ist hier machtlos, wir müssen schieben. Im dritten Anlauf klappt es endlich.
Wir preschen im Range Rover hinterher. „Gaaas!!!“ Steine fliegen, die Fuhre schleudert hin und her. Jetzt bloß nicht stehen bleiben! Wir erreichen eine sichere Stelle und dürfen aussteigen – Dag hängt schon wieder.
Der Freelander kippelt auf zwei Rädern über einem Graben, die Traktionskontrolle ist völlig überfordert und das Automatikgetriebe wird langsam heiß. Eigentlich ein Wunder, dass wir so weit gekommen sind. Zugetraut hätten wir dem Freelander das nicht. Mit vereinten Kräften wird der „Kleine“ über den Engpass gewuchtet. Der Range schlägt sich deutlich souveräner, muss mit seiner Größe aber ziemlich gezirkelt werden. Mit-Organisator Hans-Hermann weist ein, Paul schiebt die Felsbrocken aus dem Weg. Vorwärts, rückwärts, wieder vorwärts und irgendwann ist die Stelle passiert. Allgemeines Schulterklopfen.
Da kommt der Funkspruch von vorausfahrenden Stefan: Es wird noch schlimmer. Der Disco hat die Strecke gerade so bewältigt, die beiden Range könnten es auch noch packen, aber das Risiko, beim Freelander kapitalen Schaden anzurichten, ist einfach zu hoch. Einige Felsbrocken haben bereits ihre Eindrücke im Schweller hinterlassen. Nicht auszudenken, würde man dort Reisegäste hinauftreiben. Also kehren wir um. „Ja, ja, it’s prescout!“
Unten am See fragt uns einer der Camper, ob der Weg passierbar sei. Mit Blick auf seinen betagten Chevy Blazer mit Aufsatzkabine winken wir ab: „Too dangerous!“ „Well, I’ll give it a try.“ Diese Antwort wundert uns nicht, Er hat ein überdimensionales Messer am Gürtel hängen, seine Kumpane fuchteln im Hintergrund mit einer Schrotflinte herum.
Für uns ist das Abenteuer dagegen schon fast vorbei. Nach ein paar Meilen sind wir raus aus dem Wald und wieder zurück in der so genannten Zivilisation.
Vancouveror dem Hotel in Vancouver sorgen wir noch einmal für Aufsehen, als wir mit den fünf völlig verdreckten Autos und staubigen Klamotten zwischen aufgeputzten Teenies und glänzenden Limousinen auftauchen. Es ist Prom Night, Schulabschlussball.
Die nächste Überraschung wartet im Hotelzimmer: Da steht mein Koffer mit all den Sachen, ohne die ich in den letzten Tagen doch ganz gut ausgekommen bin.

10
May

Fleischfressende Pferde…

Es ist doch leicht verwirrend, wenn ein Pferd den Namen Diomedes trägt. Jener Diomedes (bzw. einer von den diversen, die die griechische Mythologie kennt), Sohn des Kriegsgottes Ares, stach besonders dadurch hervor, dass er vier Pferde (soweit noch ganz in Ordnung) sein Eigen nannte. Interessantes Feature dieser “Rosse des Diomedes” war der Speiseplan, nährten sich diese vier doch von Menschenfleisch. Und jetzt der Knackpunkt: Laut einer der vielen Herakles-Sagen löste Herakles nämlich seine 8. Aufgabe, indem er den guten Diomedes seinen eigenen Pferden zum Frühstück auftischte. Also wirklich ein etwas ungewöhnlicher Name für ein Pferd…

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Knabbern wollte er aber dann doch nicht…das Gras war da viel interessanter und schmackhafter.

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Diomedes wird hier wahrscheinlich noch einmal auftauchen, dann soll es auch etwas mehr Action geben.

13
Sep

E = mc²

Herrjeh … bannig zwei Monate ist mein letzter Post alt. So geht das natürlich nicht (auch nicht, wenn man meine Hinterlassenschaften in der Urlaubspostkarte mitrechnet).

Doch mein letztes Fotoshooting ist eigentlich der geeignete Aufhänger, um mal wieder in die Blogosphäre einzusteigen. Hintergrund: das Anteils-Pferd (Einstein) zieht um, die Kollegin (Christine) bleibt hier. Also wagt Jochen sich nach Jahren der skeptischen Abstinenz mal wieder in die Nähe eines Pferdes, um ein paar schöne Erinnerungsfotos zu schießen. Wir hatten früher mehrere Unpaarhufer im Garten, aber nachdem mich ein paar Jahre später ein Pony mal ins Knie gezwickt hatte, sah ich die großen Vierbeiner eher mit einer leichten Unentspanntheit.
Ich war überrascht. Nach kurzer Zeit bestand meine einzige Sorge nur noch aus der Furcht davor, vom gerade leicht triefnasigen Einstein vollgeschnoddert zu werden. Und wie man den Fotos entnehmen kann, ist er nicht wirklich klein.

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Wenn Wetter und Zeit mitspielen, gibt es in Kürze noch einen kleinen Nachschlag mit “richtigem Reiten”.

08
Apr

Wisch und weg…

Der Zustand meiner Scheibenwischer hat mich bereits seit Erwerb dieses Autos umgetrieben. Knapp anderthalb Jahre wischten sie zwar zuverlässig, aber arg langsam. Dann machte es eines schönen Tages “klonk!” und auf einmal wischten sie ansatzweise mit normaler Geschwindigkeit. Wurde es draußen jedoch kälter, fiel die Geschwindigkeit gleich wieder spürbar ab. Das ging dann soweit, dass es in diesem Winter Tage gab, an denen ich dem Regen schutzlos ausgeliefert war.

Die Hausmittelchen (Nähmaschinen-Öl, WD-40) halfen immer nur zeitlich begrenzt, vor allem, wenn der Wischer danach nicht gefordert wurde. Saß er dann richtig fest, bewegten sich die Arme auch bei händischer Unterstützung nicht.

Tenor im BMW-Forum: Schrott. Austauschen. Neuteil 267 € + MwSt., bruhaha! Nö, damit finde ich mich nicht ab. Es muss doch auch anders gehen. Bei einer ausgiebigen Suche stolpere ich eher zufällig über ein Forum, dass sich mit dem VW Sharan und seinen Ablegern befasst. Und siehe da: Die haben auch ein Bosch-Wischergestänge mit ähnlicher Konstruktion und ähnlichen Problemen. Abhilfe dort: Schmiernippel einbauen.

Nach einer glücklicherweise funktional überstandenen Heimfahrt habe ich dann Nippel mit Köpfen gemacht:

DSC01299 Wischergestänge raus. Schon genug Arbeit. Man denkt ständig “Jetzt müsste es passen!” und dann muss man doch noch ein Teil mehr ausbauen. Die Lüfterabdeckung. Den Wischermotor. Und dann auch noch in direkter Nähe zur Windschutzscheibe mit einem Montiereisen das ganze Geraffel vorsichtig aushebeln.

DSC01300 Auf den Bildern sieht man es leider nicht, aber die Achsen, auf denen die Wischerarme sitzen, waren ziemlich runtergerockt. Die Chromschicht, die sie eigentlich in den Buchsen des Gestängeträgers leicht laufen lassen soll, war stellenweise abgeplatzt und unterrostet. Die Buchsen selber riefig. Mit viel Gefühl und Sandpapier dann einigermaßen wieder zurechtgefeilt.

DSC01301 Nun kam der Fun-Part: vorsichtig Bohrungen setzen, Gewinde schneiden und die Nippel mit einer ausreichenden Zahl an Distanzscheiben einschrauben. Auf der Beifahrerseite musste ich allerdings tricksen: Die Stelle, an der der Schmiernippel sitzen muss, überschneidet sich mit dem Auflageteller. Kurz überlegt, Feile geholt, nochmal überlegt, Feile angesetzt, ein weiteres Mal überlegt und dann weg mit dem Huckel. Soviel trägt es da ja nicht.

DSC01302 Zuguterletzt noch ordentlich Druck mit der Presse gegeben (“Bis frisches Fett austritt”) und das ganze Gerödel wieder eingebaut. Die Wischer laufen jetzt wie auf Speed. Ich hoffe nur, beim nächsten Schmierdienst komme ich auch einigermaßen unkompliziert an die Nippel.

Aber hoffen wir das nicht alle?

25
Jan

Mit dem Toyota durch Tunesien…

Die Resteverwertung geht weiter. Hier mein Reisebericht aus dem November 2004: Tunesien im Schnelldurchlauf

Sand...jede Menge Sand.

Den Artikel findet Ihr hier: Die Einstiegsdroge

Ich werde mit der Zeit auch noch ein paar weitere Fotos zu den jeweiligen Artikeln hochladen, die dann im jeweiligen Set bei Flickr zu finden sein werden.

24
Jan

Mit Land Rover in Schweden…

Ich bin jetzt endlich mal dazu gekommen, eins der schönsten Erlebnisse meiner bisherigen Journalistenlaufbahn in Bits&Bytes zu bannen: Mein Kurzausflug nach Arjeplog im Frühjahr 2005.

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Aber lest selbst: Walking on Water

22
Nov

California Highway Patrol…

Ich stand Chip-Tuning bislang sehr skeptisch gegenüber; habe ich doch selbst erlebt, wie ein für teures Geld gechipptes Auto nicht einmal die Serienleistung abwarf.

Gleichwohl habe ich aber mit der Zeit auch erkannt, dass im Toleranzbereich eines Motors durchaus Potenzial steckt, das auf dem Altar der Geräusch-, Emissions- und anderer aufoktroyierter Werte geopfert wird. Potenzial, das weniger für überbordende Leistung, denn für bessere Fahrbarkeit genutzt werden kann.

Aufgrund einhellig guten Feedbacks im e34-Forum und eines wohlfeilen Preises habe ich nun tatsächlich mal eine solche Kennfeldoptimierung (Chip-Tuning klingt so nach Hinterhof) bestellt und verbaut.*

So ein PROM ist eigentlich recht unscheinbar. 28 Beinchen und nicht viel größer als eine Briefmarke.

Conny-Chip

Haarig wird’s erst beim Einbau. Für diesen muss das Steuergerät ausgebaut, aufgeschraubt und teilzerlegt werden. Der kniffligste Teil daran ist das Trennen der beiden Platinen (währenddessen klingelte natürlich das Telefon), die mit Gefühl und sanfter Gewalt voneinander gelöst werden müssen. Das man dabei mit Schraubenziehern hantiert, macht die Sache nervlich nicht einfacher. Irgendwann macht es dann “Knack!” und man hat beide in der Hand

Steuergerät geöffnet

5 Min. später, der Pulsschlag hat sich wieder beruhigt, kann dann die Schutzabdeckung (Kreis) des eigentlichen Chips entfernt werden, das vorsichtige Heraushebeln des Serienchips und das Einsetzen des optimierten sind dagegen sehr einfach. Danach alles wieder zusammenschrauben und fertig.

Steuergerät Platinen

Tief luftholen…den Schlüssel rumdrehen…und entspannen. Läuft. Ich konnte noch nicht auf die Teststrecke, aber vom Gefühl her ist das Ansprechverhalten deutlich besser. Ob es sich dabei um einen reinen Placeboeffekt handelt, werden die Messwerte zeigen.

Serienkennfeld “Conny-Chip”
0-100 km/h 11,4 s
60-100 km/h 7,2 s
80-120 km/h 9,6 s

*Disclaimer: Die hier vorgenommenen Änderungen sind ausschließlich für Showzwecke und nicht für den Einsatz im Geltungsbereich der STVO gedacht. Alle Messwerte wurden auf einer abgesperrten Strecke ermittelt.

06
Sep

Radial-Diät…

Letzte Woche zufällig im Netz über den Segelflugplatz Hahnweide gestolpert … ach, guck an, hier ganz in der Nähe … oh, da ist Flugtag … oh, Oldtimer-Flugtag … hm … was haben die denn da? … Messerschmitt Bf 109!? Focke-Wulf Fw 190!?! B-17!?!?!

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Da musste ich dann doch mal hin. Kamera-Akkus aufgeladen, Speicherkarte leergeräumt, losgefahren. Auf der Autobahn die erste Ernüchterung: 2 km Stau an der Abfahrt … in jede Richtung! Hm, aufgeben? Mal schauen. Nächste Abfahrt runter, den Weg über die Dörfer eingeschlagen und siehe da, kein Stau, direktemang auf den besten Parkplatz.

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Und kaum ist man da, fängt der Regen an. Dagegen ist das Angebot überwältigend. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang bricht eine Ju-52 direkt über meinem Kopf aus dem Maisfeld, gefolgt von einer An-2.

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Den ganzen Nachmittag bekomme ich das Grollen der Sternmotoren nicht mehr aus dem Kopf. Für richtige Gänsehaut sorgt gegen Mittag der Auftritt der B-17 Flying Fortress. Wer hätte gedacht, dass diesem Flugzeug in Deutschland mal applaudiert werden würde? Der Veranstaltungssprecher kommt dementsprechend auch nicht aus der Rechtfertigerei heraus. Es muss umständlich herumgeschwurbelt werden “wofür diese Flugzeug ja eigentlich gebaut wurde” und es ja “trotz der eigentlichen Aufgabe” schön anzusehen sei. Willkommen in Deutschland, wo man sich für Technik-Faszination entschuldigen muss…

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Gleiches gibt es beim kaum minder beeindruckenden Display (ja, so heißt das Rumgefliege vor Publikum – wieder was gelernt) der B-25 Mitchell. Ich würde glatt sagen, ein kunstflugfähiger mittlerer Bomber.

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Komischerweise gibt es keine Moralpredigten bei der Vorführung der deutschen Jäger, im Gegenteil, der Sprecher entblödet sich nicht, sich zu wundern, warum der chinesische Nachbau des BMW 801-Triebwerkes “Rrrrrrrrr” statt “Llllllllll” macht.

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Egal, beeindruckend ist es allemal. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Flieger nur noch in äußerst homöopatischen Dosen flugfähig erhalten sind. Die Lust an akrobatischen Manövern schmälert dies augenscheinlich nicht. Bedenklich nur, dass die Bf 109 mit halb eingezogenem Fahrwerk nach Manching zurückgondelt, wo doch gerade dieses Flugzeug schon einmal mit Fahrwerksfehlfunktion einen Bauchplatscher gemacht hat, der fast zur völligen Zerstörung des Fliegers führte.

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Ein Eldorado für Fotografen und hier sieht man mal wirklich, wieviel DSLRs Canon und Nikon so auf den Markt werfen, ganz zu schweigen von den veritablen Teleobjektiven der Canon-L-Serie, die man dank des grauen Gehäuses schon von weitem erkennen kann. Mit meinem Spar-Sigma-Zoom komm ich mir ziemlich klein vor, muss aber zugeben, dass die Ausbeute besser als erwartet geworden ist.

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Zu allem Überfluss habe ich die frisch formatierte “große” Speicherkarte auf dem Schreibtisch liegenlassen. Der Griff in die Kameratasche fördert nur zwei sparsame 256 MB-Karten zutage. Den ganzen Tag schmeiße ich zwischendurch verschossene Bilder raus und gegen späten Nachmittag muss ich mit vollen Karten den Rückzug antreten.

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Wie zum Hohn kommt gerade dann die Sonne heraus und die schönsten Warbirds gehen noch einmal in die Luft, um sich richtig auszutoben. Allen voran die mächtige Hawker Sea Fury mit (nachgerüsteten) 2800 PS und über 700 km/h Spitze, deren Pilot eins ums andere Mal ausgelassen über den Platz schießt.

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20
Jun

Geschützt: Kirstens Wunschzettel

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05
May

Alles neu macht der Mai…

Naja, eigentlich war’s schon der April. Einige wissen es, einige könnten es schon rausgefunden haben…ich habe eine neue Kamera. Endlich wieder was schweres, gut in der Hand liegendes; etwas, wo man Fokus und Blende mit einem Handgriff anpassen kann, ohne sich durch Menüs hangeln zu müssen.
Und wenn der Spruch stimmt, dass nicht die Kamera, sondern der Fotograf die guten Bilder macht…naja…dann hat mir die G5 irgendwie Knüppel zwischen die Beine geworfen…
Eye of the Tiger Koi Wrinkles Wilbär Jemen-Chamäleon