12
Sep
12

München ’95 revisited…

Folgendes Dokument wurde mir auf verschlungenen Pfaden zugespielt. Es beschreibt offensichtlich die Studienfahrt einer Schulklasse nach München. Die Namen wurden zum Schutz der Personen geändert.

Sonntag, 13. August

Ankunft.
Erste Maulereien über Wohnungsqualität.
Mutmaßungen über die Herkunft des Namens “Pullach”
Ekliges Fleisch mit weichen Kartoffeln.
Abends endlose Biergartensuche mit endlichem Erfolg – die ersten Gläser.
Nachts kleine Streitereien übers Einschlafen.

Montag, 14. August

Normales Frühstück.
Dt. Museum + Stadtrallye:
Abends erste Streitereien über Beispielaufzählungen und sture Prinzipien mit Handgreiflichkeiten seitens Arnold.
Danach sinnlose Saufgelage im Mädchenzimmer und Singabend um Pullach.

Dienstag, 15. August

Depressive Aufwachphase (Alles Scheiße).
Erneut mittelmäßiges Frühstück.
Irrfahrt ins langweilige Ägyptische Museum.
Dann Odyssee in den Englischen Garten, alles mit Tina und Maria.
Abends Sport und Spaß mit Warten auf Norman und Rudolf.
Scheißessen mit Hühnerherz und zuwenig Pommes.
Tina kommt auf unser Zimmer.
Der “Deception”-Vorfall ereignet sich.
Kegelabend – Arnold klinkt aus, mit depressiven Ausfällen und Morddrohungen.
Banges Warten, während der Rest im Biergarten Gläser klaut.

Arnold zieht wortlos aus.
Allgemeine Akzeptanz.
Star Trek-Diskussionen.

Mittwoch, 16. August

Gutes Frühstück mit gegenseitiger Ignoranz.
Tagesbesprechung, Aufteilung der Gruppen.
Deutsches Museum (Arnold schießt mit wilden Blicken um sich).
Es regnet. Es hört auf. Arnold geht allein los.
Einstündiges Umherirren im DM. Stimmung auf Tiefpunkt. Es gibt tatsächlich Abteilungen, die wir noch nicht kennen. Norman hat einen Kater. Wir sind müde. Rainer macht Flaschenmusik. Die Stimmung hebt sich.
Wir entdecken die Faszination an Luftschiffen.
“The Golden Age of Ballooning”
Wir sitzen wieder mal auf einer Bank und singen Dixielandsongs.
Nach einer interessanten Planetariumsvorführung (Arnold ignoriert mich noch) verstreuen wir uns in alle Himmelsrichtungen. Wir folgen dem Vorschlag von Rainer und verirren uns heillos, jedoch Panik tritt erst ein, als wir offensichtlich im Schwulenviertel landen.
Nach einer Stunde entkommen wir dem Straßenwirrwarr und streiten uns zwischen Pizza Hut und McDonald’s.
Rückkehr nach Pullach.
Wir legen uns gestresst zur Ruhe.
Blankenheim taucht auf, faselt von Arbeit und wirft uns vor, nix zu tun.
Wir qualifizieren uns durch LEGO-Kataloge lesen und faule Haltung.
Anarchie kommt auf.
Essen ist erträglich.
Wieder Langeweile. Das Wetter wird trotz gegenläufiger Prognosen immer schlimmer.
Colaautomaten sind lustig. Telefonzellen stinken.
Rudolf dreht durch und bedroht uns mit zwei Wasserpistolen.
Estelle ist an Bord. Im Laufe einer Wasserschlacht schlägt sie mir die Lippe blutig.
“Die Fetzen machen einen ganz wuschig” O-Ton Tina

Donnerstag, 17. August

Heute Nacht Ratten gehört.
Normales Frühstück.
Nach der S-Bahnfahrt verlaufen wir uns erst einmal für eine halbe Stunde. Der restliche Weg dauert dann auch noch mal eine 3/4 Stunde.
Bavaria Studios
Führung mit Führer ohne Ahnung.
Dann Showscan-Kino. Faszinierend.
Blankenheim zwingt uns zur FWU.
Dort ziehen wir uns ein paar Splatterfilme rein (Schwangerschaft + Geburt, Hühnerfleischproduktion).
Wir nehmen die gewohnte “Leck mich”-Haltung an.
Moderiert wird der ganze Spaß von einem nervösen Langweiler.
Dann sehen wir einen Film, in dem alle Personen mit der Stimme von Clint Eastwood sprechen.
Dann Abstecher in die Stadt, Wasserpistolen kaufen.
Heimkehr zu prophezeiten Pfannkuchen.
Sofortige Weiterfahrt in die Snap-Lasershow.
Interessant und faszinierend.
Rückkehr nach Pullach. Wir essen Eis und gehen in den Biergarten. Dort treffen wir Andreas Herzog. Mit einigen Gläsern im Schlepptau wanken wir brüllend zurück. Dort wird Norman Opfer einer Wasserpistolenverschwörung.

Freitag, 18. August

Die Duschen sind kalt.
Nach Frühstück Dt. Museum.
Nach dem Dreh der Reserveaufnahmen hetzten wir einkaufenderweise durch München. Beim Zigarrenkauf malen wir uns spaßige Situationen aus.
Bei Dallmayr putzt Rainer die Platte und ein Japaner fotografiert Pralinen. In atemberaubender Zeit fahren wir zum Stachus, finden jedoch keinen Comicladen.
Dann Weiterflug nach Schleißheim, Flugwerft angucken. Hochinteressant. Wir prügeln uns um eine Sitzprobe in einem Cockpit.
Die ersten Blasen am Fuß (Rocky Horror Show nachtrg.)
Abends gehen wir wieder in den Biergarten.
Den Rückweg gehen wir doppelt, da Singen soviel Spaß macht. Ein paar Gläser kommen auch mit.
Zuhause der Schock: die Hälfte der Maßkrüge, zwei Wasserpistolen und mein T-Shirt sind weg.
Wir können es uns nicht erklären.

Samstag, 19. August

Wir duschen warm – im Neubau.
Dann schlingen wir das Frühstück in uns hinein – wir sind unter Zeitdruck.
In unserer Wahnvorstellung verschwinden immer wieder essentielle Dinge und tauchen wieder auf.
Wir fahren zur Zugspitze. Im Zug muss ich mir einen Platz mit Estelle und Rudolf teilen, da eine profilsüchtige ältere Dame mir meinen weggenommen hat.
Zugspitze ist überwältigend, nachdem wir erst einmal Norman und Rainer einfangen mussten. Wir setzen bei wagemutigen Kletteraktionen unser Leben aufs Spiel. Ich war wahrscheinlich der höchsten Mensch Deutschlands.
Auf der Rückfahrt haben wir mehr Platz im Zug.
Zuhause der nächste Schock: Der Charmeur zieht zu uns.
Leicht demotiviert, da Tina und Maria nicht mitkommen, gehen wir in zum Biergarten. Miese Stimmung.
Ohne Gläser und ohne Lieder gehen wir zurück.
In der Jugendherberge will man uns nicht schlafen lassen – ständig platzt jemand ins Zimmer.

Sonntag. 20. August

Erste Abfahrtstimmung kommt auf.
Vormittag zur freien Verfügung.
Wir gehen zum Olympiapark, setzen uns auf eine Bank und fahren wieder weg.
Dank Ferdys Rat umrunden wir den halben Englischen Garten, bevor wir uns in einem Biergarten niederlassen. Nach teuren, schlechten Pommes und einem Franziskaner laufen wir singenderweise zur U-Bahn und fahren zum Odeonsplatz, wo wir uns für 1 Stunde hinsetzen.
Danach entführen uns Eckhorst und Blankenheim ins SiemensForum, wo uns ein stinklangweiliger Führer zu wahren Lachstürmen hinreißt.
Danach Heimweg. Lustiges Grillen mit zuwenig Fleisch.
Eisessen, dann Biergarten.
Maria kommt das erste Mal mit.
Rainer und ich stellen neue Rekorde im Maßtrinken auf. Fröhlich und singend torkeln wir zur Jugendherberge.

Montag, 21. August

Wahnsinns Geburtstagsstimmung.
Die größte Freude macht die bevorstehende Abfahrt.
Arnold blamiert sich völlig, als er unwissentlich Blankenheim in Anwesenheit nachäfft.
Wir machen uns auf den langen beschwerlichen Weg zur S-Bahn. Am HBF schließen wir die Koffer ein und setzten usn für längere Zeit zu Burger King. Dann Shopping bei Hertie. Die Mädchen gehen ins Kino. Wir setzen uns nach anfänglichen Streitereien in einen anderen Burger King und ziehen uns das kranke Cartoon Network rein. Noch 5 1/2 Stunden.
Das Jübek-Syndrom tritt auf.
Wir haben das erste Mal Saturn gespielt und sind fasziniert.


0 Responses to “München ’95 revisited…”


  1. No Comments

Leave a Reply




Random Quote

The Zeonians came equipped with the answers to the universe. Vern, regrettably, came with thick glasses and a deer rifle.