09
Apr
10

Der W124-Newsletter

Es begann mit einer einfachen Mail, an die zwei Fotos angehängt waren…

Moin!
Die gewohnt natürliche Gelassenheit eines Mercedes-Benz W124 lässt den Fahrer das hektische Verkehrstreiben um ihn herum nur am Rande Wahrnehmen und hält ihn souverän auf Abstand. Deshalb findet der folgende Werbeslogan von Mercedes durchaus seine Berechtigung!
Vergrößern Sie Ihren Sicherheitsabstand schon beim Autokauf.
Motiv: E-Klasse-T-Modell der Baureihe 124,
Anzeige Springer & Jacoby, 1993
Gruß
Pivko

Oh oh, gabs da an der Front Knirschi knirschi???
Aber schick isser ja!
Glückwunsch an den Benz-Fahrer!
P.S. Bitte nicht nur den Sicherheitsabstand halten, auch das Rechtsfahrgebot beachten! Die linke Spur ist ja grundsätzlich für sportliche BMW-Fahrer reserviert!
Gruß, Opa

Moin,
bei der Ablichtung des Mercedes-Benz handelt es sich nicht um ein Unfallfahrzeug. Dieser fälschliche Eindruck ist auf die schlechte Aufnahmequalität der Kamera zurückzuführen.
Des Weiteren sind diese Unkenrufe aus dem BMW-Lager, von denen ein Großteil der Zugehörigen den eigenen Wagen schon so geknirscht haben, dass das Fahrzeug bis zur B-Säule Falten schmeißt, mehr als fraglich. Auch lassen die Schadensbilder an Automobilen aus dem Hause BMW vermuten, dass es sich entweder um äußerst wüst agierende Fahrer, oder eben einfach um sicherheitstechnisch nicht „zuendegedachte“ Kraftfahrzeuge handelt. Dies sind Dinge, die auf den Mercedesfahrer eher befremdlich wirken und regelmäßig Mitleid hervorrufen, wenn wieder einmal ein BMW-Fahrer rechts am Straßenrand gesichtet wird.
Sollte dennoch einem Mercedes-Fahrer einmal ein Missgeschick unterlaufen und beispielsweise einen BMW von der linken Spur schieben, sind die Schadenaufnahmen am Mercedes meist kurz und mit der Feststellung, dass das Kennzeichen verschmutzt ist, abgetan. So sind die Schäden dann auch schnell und kostengünstig bei der nächsten Fahrzeugwäsche aus der Welt geschafft und verschlingen nicht unzählige tausend Euro, wie bei BMW üblich. Unnötig zu erwähnen, dass die Reparaturen an BMW meist den Zeitwert übersteigen und dann in Hinterhofwerkstätten notdürftig zusammengeflickt werden und so ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Allgemeinheit darstellen.
Es war mir ein Anliegen diesen Sachverhalt korrekt darzustellen und verbleibe mit freundlichen Grüßen…
Pivko

Dieser Meinung kann man sich bedenkenlos anschliessen! Auch wenn ich vorher, was mich heutzutage eher zutiefst beschämt, auch ein Fahrzeug der Marke BMW fuhr, ist das, was Herr Maelzer hier zum besten gibt, sehr zutreffend und bestätigt meinen Fabrikatswechsel zum Stern jeden Tag aufs neuste. Und dass es dann zu so unsportlichen Unfällen auf der Autobahn kommt, liegt eher an der “Reserviertheit” der BMW-Fahrer und deren, nach ihrer Meinung beanspruchten linken Spur, da auch der versierteste MB-Fahrer wohl nie damit rechnen würde, daß der BMW vor ihm auf der linken Spur krampfhaft versucht die 60 km/h-Grenze zu überschreiten, damit er sich wenigstens legal auf der Autobahn bewegt.
Gruß
Chef

Sehen wir das Ganze doch mal von der sachlich/emotionalen Seite:
Wo der gemütliche Mercedes-Chauffeur sein Augenlicht mit den gelblich-ausgeblichenen Zeiger seiner Instrumententafel strapaziert, deren zugegeben klares Erscheinungsbild dennoch vom Hersteller nicht als adäquat für folgende Modellreihen erachtet und für modisch blinkende Kaspertheater ohne Informationsgehalt begraben wurde, ja, da erfreut sich der sportliche Herrenfahrer an klaren Chronometern, deren zeitlose Pragmatik in den letzten 30+ Jahren nicht angerührt werden musste und die vor allem Drehzahl nicht schnöder Geschwindigkeit unterordnen.
Das mag natürlich auch daran liegen, dass die schwäbischen Sparfüchse möglichst jeden Hinweis auf den kurzlebigen Explosionsmotor verschleiern wollen, der verschämt schon nach fünf Jahren durch einen nicht minder durstigen Vierventilableger beerbt wurde.
Im selben Sinne wird durch eine komfortable Gesamtauslegung wirkungsvoll vertuscht, dass das indifferente Fahrwerk ungefähr die Zielgenauigkeit von Vico Torriani nach dem Genuss zweier Flaschen Danziger Goldwassers und die Rückmeldung eines von der roten Flut überrannten Vorpostens an der Ostfront bietet. Wenigstens kann man am überdimensionierten Lenkrad die Katzen zum Trocknen aufspannen, denen man aus Angst um den Verlust des Asphaltes unter den Rädern nicht ausweichen konnte.
Des Sparfuchses häßliche Fratze blitzt erneut auf, wenn man sich die mechanische Konstruktion vor das geplagte Auge hält. Die von verblendeten Zauselbartträgern hochgelobten nachstellbaren Radlager verdanken ihre Existenz beileibe nicht der Nachhaltigkeit der Konstrukteure, sondern sind schlicht der Tatsache geschuldet, dass beim Erreichen des Austauschzeitpunktes die Wagenheberaufnahmen und Fahrschemelträger dermaßen durchgefault sind, dass die Hebebühne die Schweller erst bis zur Türunterkante eindrückt und dann beim Verlassen des sicheren Bodens die Hinterachse krachend und rostbröselnd das Weite sucht.
Der BMW-Fahrer hingegen gibt sich nicht mit erbsenzählerischer Bastelei an sicherheitsrelevanten Bauteilen ab, sondern ersetzt gleich das malade Bauteil durch ein hochpräzises Neulager, welches ihm für viele weitere Kilometer das souveräne Mitbestimmen im Straßenverkehr ermöglicht.
Viele Grüße
Jochen Hörcher

Hört, hört,
die BMW-Fahrer scheinen mit den Rollbrettern unter ihren reparaturbedürftigen Kaleschen hervor gehuscht zu sein.
Aber wo wir schon dabei sind, wollen wir doch die, durch Verschiebung der geistigen Wahrnehmung hervorgerufene, Trübung des Blickes einiger hier schreibender BMW-Fahrer korrigieren. Womit nicht gemeint ist, die wild umherschlingernde Fuhre durch heftige Links-/Rechtsbewegungen am viel zu kleinen Sportlenkrad wieder einzufangen, so wie es der BMW-Fahrer im Allgemeinen gewohnt ist. Hierin ist auch ein weiteres Qualitätsmanko der münchener „Sportschmiede“ begründet, nämlich das durch ständige Kurbelei am Volant hervortretende Trägermaterial der – wenn überhaupt – Lederlenkräder.
Doch der BMW-Fahrer empfindet trotzdem Freude am Fahren seines Fortbewegungsmittels und richtet seinen Blick in eine bernsteinschimmernde Plastiklandschaft. Diese aus der Vergangenheit übriggeblieben Relikt der eigentlichen Kompetenz des Hauses BMW soll auch nicht zur Beruhigung des hektisch agierenden BMW-Fahrer beitragen, sondern ihn vielmehr auf den sicherlich kurz bevorstehenden „Abflug“ vorbereiten. Der Fahrer eines Mercedes-Benz hingegen kann sich entspannt zurücklehnen und die in Vitrinen-Atmosphäre bereitgestellten wichtigen Informationen ablesen. Sinnvoller Weise wurden die Geschwindigkeitsbereiche durch gelbe Schraffuren markiert, in denen der sportliche Mercedes-Fahrer mit Blockaden der linken Autobahnspur durch BMW-Fahrer zu rechnen hat. Hierdurch bedingt musste zum einen die Größe des Drehzahlmessers reduziert und zum Anderen die sportliche Platzierung einer, der Verkehrssicherheit zweckdienlichen Variante weichen. Ohnehin sind höhere Drehzahlen kaum noch zu erreichen, da ein vermehrtes Auftreten von BMW-Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen zu verzeichnen ist.
Tollkühn vermute ich, dass dies auf die Billig-Preis-Politik des Münchener Herstellers zurückzuführen ist und so in gewissen sozialen Schichten der Bevölkerung den Absatz findet.
Mit freundlichem Gruß
Pivko


1 Response to “Der W124-Newsletter”


  1. 1 Jan Apr 10th, 2010 at 08:36

    Unter dem Gesichtspunkt der Markenverliebtheit mögen all die oben aufgeführten Argumente sowohl der propellerfahrenden Fraktion als auch der Sternenjünger sicherlich noch ansatzweise nachvollziehbar sein….bei allem Geplänkel mögen die betreffenden Verkehrsteilnehmer jedoch bitte daran denken, ihre Scharmützel ausschließlich auf die mittlere Spur zu begrenzen, damit den Fahrern leistungsstärkerer Fahrzeuge vom Schlage eines Passat Variant 1.8T zur vollen Entfaltung der Motorleistung die linke Spur uneingeschränkt und ohne Verkehrshindernisse zur Verfügung steht.

    Grüße,

    Jan

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