Radio-Moderatoren (und zwar für ihren ostentativen Frohsinn und die nervige Angewohnheit, Informationen als “News” zu verkaufen, die ein halbwegs gebildeter Schimpanse schon vor einer halben Woche im Netz hätte lesen können. Um diesen Umstand zu betonen, befleißigen sich die akustischen Grinsekasper in der Regel des kleinen Abtönungspartikels “ja”, wie z. B. in “Gérard Depardieu hat ja in ein Flugzeug gepinkelt”)
Fleischfressende Pferde…
Es ist doch leicht verwirrend, wenn ein Pferd den Namen Diomedes trägt. Jener Diomedes (bzw. einer von den diversen, die die griechische Mythologie kennt), Sohn des Kriegsgottes Ares, stach besonders dadurch hervor, dass er vier Pferde (soweit noch ganz in Ordnung) sein Eigen nannte. Interessantes Feature dieser “Rosse des Diomedes” war der Speiseplan, nährten sich diese vier doch von Menschenfleisch. Und jetzt der Knackpunkt: Laut einer der vielen Herakles-Sagen löste Herakles nämlich seine 8. Aufgabe, indem er den guten Diomedes seinen eigenen Pferden zum Frühstück auftischte. Also wirklich ein etwas ungewöhnlicher Name für ein Pferd…
Knabbern wollte er aber dann doch nicht…das Gras war da viel interessanter und schmackhafter.
Diomedes wird hier wahrscheinlich noch einmal auftauchen, dann soll es auch etwas mehr Action geben.
Never change a running system. Wie sehr hat sich dieser Satz hier wieder als wahr erwiesen. Da die BMW zum Einstieg in die Saison gar fürchterbar mit dem Ventiltrieb geklappert hat und ich vorher eh schon im Affekt einen Satz einteilige Kipphebelböcke erworben hatte, hielt ich es vor zwei Wochen für eine gute Idee, frisch ans Werk zu gehen. Ein ausreichend feinfühliger Drehmomentschlüssel für die sensiblen Stehbolzen war rasch gefunden.
Abgesehen von der öligen Sauerei lief auch soweit alles gut. Kipphebel vorsichtig in die Böcke eingeführt, die Nadellager dabei nicht auf dem Boden verteilt und folgend das Axialspiel mit den Distanzscheiben ausgeglichen. Doch beim Anziehen der Muttern , die die Böcke auf den Stehbolzen halten, ist es dann passiert: Bei eigentlich sanften 25 Nm kam mir gleich der erste Stehbolzen entgegen. Groooßartig. Es hat mich arge Beherrschung gekostet, nicht irgendwas mit Schmackes an die Wand oder ins Moped zu schmeißen.
Da der Bolzen nun auch soweit herausstand, dass der Ventildeckel nicht mehr draufging, konnte ich eine vorsichtige Fahrt zum nächstliegenden Spezialisten auch vergessen. Rumgemailt, rumtelefoniert. Siebenrock macht es wohl ordentlich, kann aber nicht abholen. Zum Glück bot eine Kollegin ihr Auto samt Freund und Anhängerkupplung an, noch fix einen Anhänger bei Obi reserviert und nun könnte es theoretisch losgehen.
Um Geld und Zeit zu sparen, habe ich nun schon mal die ganze Vorarbeit geleistet: Stehbolzen raus, Zylinder gezogen (Kolben kann nach Entfernung des Kolbenbolzens drinbleiben). Und dabei auch gleich die Ursache fürs Malheur gefunden: Der Vorbesitzer hatte anscheinend schon einmal an derselben Baustelle herumgefuhrwerkt und seine grobschlächtigen Spuren mit einem Helicoil-Einsatz vertuscht. Hoffentlich ist nun noch genug Futter für eine TimeSert-Buchse, sonst habe ich da einen schönen Haufen Kernschrott herumstehen.
Staying alive…
Es war eine Idee, die sich beim mittäglichen Kantinengang herauskristallisierte: Lasst uns doch noch mal einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Schließlich war der Führerschein bei allen schon mindestens 10 Jahre her, allenfalls geisterten noch Schlagworte wie “stabile Seitenlage” oder “Druckverband” durchs Hirn.
Also Termin geklärt, Finanzierung geklärt und ab zur Johanniter-Unfallhilfe. Es sollte sich als überaus humorige Sache erweisen. Ob nun Kollegen bei der stabilen Seitenlage unsanft aufs Gesicht fallengelassen wurden oder die Eindrucktiefe bei der Herzdruckmassage mit “Bis wieder Grund kommt?” vermutet wurde, bisweilen war die Ernsthaftigkeit auch mit der Lupe schwer zu finden…
Und wer einmal altklug behauptet hat, man müsse für den richtigen Rhythmus einfach nur im Kopf “Stayin’ alive” von den Bee Gees laufen lassen, der möge mir mal erzählen, wie man dabei noch bis 30 zählen soll.
Am Schluss war es auf jeden Fall ein gutes Gefühl, die ganze Sache mal wieder aufgefrischt zu haben. Man weiß zwar irgendwo in den hinteren Windungen des Hirns genau, was man zu tun hat, aber das Herausholen ist das Knifflige.
Movie Day: Watchmen
Whoa…bei dem habe ich mir auch lange Zeit gelassen – und das nicht, weil er bummelige drei Stunden geht. Meine erste Begegnung mit den Watchmen dürfte Anfang der 90er gewesen sein, als Simon die Comics gelesen hat. Besonders die Figur des Rorschach fand ich damals schon faszinierend.
Der Film selbst wirkte auf mich ein wenig wie „Kick-Ass für Erwachsene“: Ganz „normale“ Menschen, die Superhelden spielen. Aber im Vergleich zur humorvoll-abgedrehten Taucheranzug-Prügelei ist Watchmen geradezu verstörend und dystopisch. Hier hat jeder seine Leichen im Keller; die gezeigte Gewalt ist nicht satirisch überzogen, sondern wirkt grausam realistisch (zumindest solange sich nicht Superhelden untereinander beharken).
Für jeden, der etwas für Comics und Superhelden übrig hat, eine klare Empfehlung. Man braucht nur Sitzfleisch…
Diesen Film hatte ich mir schon lange vorgenommen. Neben der faszinierenden Idee, der Nosferatu-Darsteller Max Schreck wäre vielleicht in Wahrheit doch kein Schauspieler, sondern wirklich ein Vampir gewesen, finde ich auch die Besetzung großartig. John Malkovich, Willem Dafoe, Cary Elwes, Eddie Izzard – und Udo Kier. Das Spiel Dafoes hat ihm für diesen Film nicht nur eine Oscar-Nominierung eingebracht, sondern letztendlich auch die Rolle des Norman Osborn/Green Goblin in Spiderman.
Natürlich hängt ein großer Teil des Films an der irre-unberechenbaren Darstellung von Max Schreck, sehr viel Atmosphäre verdankt Shadow Of The Vampire allerdings auch dem herrlichen Zusammenspiel von Malkovich und Kier, die sich im Laufe des Filmes permanent kleine Streitereien liefern – und zwar, wie es sich gehört, mit breitestem deutschen Akzent.
Etwas irritiert hat mich die Besetzung von Cary Elwes als flamboyanten Kameramann Fritz Arno Wagner, weil ich ihn seit “”Helden in Strumpfhosen” einfach nicht mehr ernstnehmen kann – und das ist fast achtzehn Jahre her. (Achtzehn Jahre! Oh weia! Ich. bin. so. alt.)
Was mich als Lübecker natürlich auch etwas stört: Man hat den Film leider nicht an den originalen Schauplätzen – u. a. Lübeck – gedreht. Das wäre noch die Sahne auf dem Kuchen gewesen.
Ansonsten, wie bereits vorhin erwähnt, großartiger Film, der permanent zwischen satirisch und verstörend hin und her pendelt. Ich kann ihn jedem ernsthaften Cineasten nur empfehlen.
E = mc²
Herrjeh … bannig zwei Monate ist mein letzter Post alt. So geht das natürlich nicht (auch nicht, wenn man meine Hinterlassenschaften in der Urlaubspostkarte mitrechnet).
Doch mein letztes Fotoshooting ist eigentlich der geeignete Aufhänger, um mal wieder in die Blogosphäre einzusteigen. Hintergrund: das Anteils-Pferd (Einstein) zieht um, die Kollegin (Christine) bleibt hier. Also wagt Jochen sich nach Jahren der skeptischen Abstinenz mal wieder in die Nähe eines Pferdes, um ein paar schöne Erinnerungsfotos zu schießen. Wir hatten früher mehrere Unpaarhufer im Garten, aber nachdem mich ein paar Jahre später ein Pony mal ins Knie gezwickt hatte, sah ich die großen Vierbeiner eher mit einer leichten Unentspanntheit.
Ich war überrascht. Nach kurzer Zeit bestand meine einzige Sorge nur noch aus der Furcht davor, vom gerade leicht triefnasigen Einstein vollgeschnoddert zu werden. Und wie man den Fotos entnehmen kann, ist er nicht wirklich klein.
Wenn Wetter und Zeit mitspielen, gibt es in Kürze noch einen kleinen Nachschlag mit “richtigem Reiten”.
Angesichts der aktuellen Hitzewelle kann man eigentlich nur apathisch darauf warten, dass endlich der Strandurlaub in Sicht kommt.
Und dazu gehören für mich ein paar Filme, die das Blau des Meeres und die brennende Sonne mit Abstand am glaubhaftesten vermitteln.
Allen voran der Film, ohne dessen jährliche Verköstigung ich gar nicht in den Urlaub starten kann. Weitere Erklärungen unnötig:
Der weiße Hai (Jaws), 1975
Pflichtprogramm für jeden angehenden Segler, mit einer noch naturbelassenen Nicole Kidman, einem wie immer bestechenden Sam Neill und einem intensiven Billy Zane:
Todesstille (Dead Clam Calm), 1989
Und last but not least der vielgescholtene, aber optisch sehr eindrucksvolle “Edsel der Filmgeschichte”. Großartig daran vor allem die Intensität der Farben, der Trimaran und eine ans Absurde grenzende Performance des großen Dennis Hopper:
Waterworld, 1995
Yee-Ha! Ab Juli gibts Top Gear auf Kabel 1…im O-Ton mit Untertiteln!
Maße, die auch RTL-Zuschauer verstehen:”Der Ölteppich ist jetzt ungefähr 3 mal so groß wie Mallorca.”




















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